Verband für Kleine Münsterländer e.V.

Landesgruppe Anhalt-Sachsen-Thüringen e.V.


Ausbildung des
Kleinen Münsterländer

Der Verband für Kleine Münsterländer e.V. beschreibt die, durch mehr als 100 Jahre züchterische Bemühungen, in den Anlagen der Hunde verankerte Merkmale wie folgt:

„Der Kleine Münsterländer ist intelligent und lernfähig, temperamentvoll und ausgeglichen, mit stabilem Wesen, mit aufmerksamer, freundlicher Grundhaltung gegenüber Menschen (familientauglich), guter sozialer Bindung und Orientierungsfähigkeit am Führer (teamfähig), mit passioniertem, ausdauerndem Beutetrieb, vielseitigen Jagdanlagen sowie guter Nervenstärke und Wildschärfe.“ (Verband KlM e.V.)

Jedem unserer KlM sind diese Eigenschaften und Fähigkeiten mit in die „Wiege“ gelegt worden. Allerdings individuell unterschiedlich stark ausgeprägt. Diese Anlagen zu wecken, zu fördern und optimal auszubauen, obliegt uns Menschen im Rahmen der Ausbildung unserer Hunde zu einem zuverlässlichen Partner.

Und diese Ausbildung beginnt schon im Welpenalter!

Verantwortungsvolle Züchter nutzen gerade die erste Prägephase im Alter von 4-7 Wochen, um die kleinen Welpen spielerisch mit allem vertraut zu machen, was in ihrem späteren Leben von Bedeutung sein kann.

Sie werden mit fremden Menschen und dem Umgang mit Kindern konfrontiert. Sie lernen sich im Haus des Menschen zu bewegen, werden mit verschiedensten Geräuschen (vom Staubsauger bis zum Rasenmäher) vertraut gemacht. Die Welpen lernen im Auto mitzufahren und noch vieles andere.

Je mehr die Welpen in dieser Entwicklungsphase mit der Welt des Menschen vertraut gemacht werden, umso angst- und stressfreier werden sie später in dieser leben.

Und natürlich werden die Welpen auch auf die jagdliche Seite ihres künftigen Lebens vorbereitet. Nach Möglichkeit und Jahreszeit der Aufzucht werden sie mit allerlei Wildwitterung vertraut gemacht, lernen sich auf unterschiedlichsten Untergründen zu bewegen und erfahren, dass Wasser nicht weh tut, sondern darin herumzutollen sehr viel Spaß machen kann.

Eine sorgsame Überwachung der Sozialisierung im Rudel durch den Züchter und das Erlernen der „Hundesprache“ rundet die Entwicklung der Welpen in dieser Phase ab.

Mit diesem Rüstzeug ausgestattet übernehmen die neuen Besitzer den Welpen im Alter von 8-10 Wochen.

Die weitere Verantwortung für die Entwicklung des Hundes liegt nun bei ihnen.

Um sie mit dieser Aufgabe nicht allein zu lassen, bieten viele Züchter ihre weitere Unterstützung an.

Mit den sogenannten Welpentreffen oder Welpenspieltagen erfahren die neuen Hundebesitzer  bzw. -führer Unterstützung bei der Vorbereitung ihrer Hunde auf die Zuchtprüfungen. Gerade für Erstlingsführer ist es oft eine große Hilfe, bei der praktischen Umsetzung des aus Büchern etc. angeeigneten Wissens, durch Ratschläge und Hinweise von erfahrenen Rüdeleuten unterstützt zu werden. Aber auch Führer die schon einmal einen Hund abgerichtet haben, wissen die Arbeit mit ihrem Hund in der Gemeinschaft Gleichgesinnter zu schätzen.

Auf dem langen Weg zu einem leistungsgeprüften Hund bietet die Verbandsjugendprüfung (VJP) im Frühjahr jeden Jahres eine erste Zwischenauswertung.

Es wird überprüft, in wie weit die natürlichen jagdlichen Anlagen des Junghundes durch entsprechende Vorbereitung geweckt wurden.

Beurteilt werden:

  • die Nasenleistung
  • der Spurwille
  • die Suche
  • das Vorstehen
  • die Führigkeit des Hundes

 Weiterhin sind festzustellen:

  • die Art des Jagens (sichtlaut, spurlaut,…)
  • Verhaltensweisen des Hundes (Schußfestigkeit,…)
  • Gehorsam
  • körperliche Mängel

Und nicht zuletzt ist es auch für die Hundführer eine Standortbestimmung, in wie weit sie sich zu einem echten Rüdemann entwickelt haben.

Im September/Oktober jeden Jahres finden die Verbands-Herbstzuchtprüfungen (HZP) statt.

„Im Vordergrund dieser Prüfung steht die Feststellung der Entwicklung der natürlichen Anlagen des Jagdhundes im Hinblick auf seine Eignung und zukünftige Verwendung im vielseitigen Jagdgebrauch und als Zuchthund. Die Ausbildung des Jagdhundes in der Feld- und Wasserarbeit soll zu dieser Zeit im Wesentlichen abgeschlossen sein.“ (VZPO)

Geprüft werden neben den Anlagefächern:

  • Spurarbeit
  • Nasengebrauch
  • Suche
  • Vorstehen
  • Führigkeit
  • Arbeitsfreude
  • Wasserarbeit, Stöbern mit Ente im deckungsreichen Gewässer

die so genannten Abrichtefächer:

  • Wasserarbeit, Verlorensuchen im deckungsreichen Gewässer
  • Verlorensuchen von Federwild, Federwildschleppe
  • Haarwildschleppe
  • Art des Bringens

    a.) Hase oder Kaninchen
    b.) Ente
    c.) Federwild

  • Gehorsam

Weiterhin wird die Schußfestigkeit bei der Feld- und Wasserarbeit geprüft.

Die Meisterprüfung der Jagdhunde, die Verbandgebrauchsprüfung (VGP), soll die abgeschlossene Ausbildung, wie sie für den praktischen Jagdbetrieb notwendig ist, ermitteln und feststellen.

„Ein Hund, der ein solches Examen bestanden hat, muss bei richtiger Führung und gehöriger Übung auch in der Praxis wirkliche Gebrauchshundearbeit leisten.“(VGPO)

Zweck der VGP ist es die Brauchbarkeit in der Feld-, Wald- und Wasserarbeit anlässlich einer öffentlichen Leistungsprüfung festzustellen. Es wird großer Wert auf eine gründliche Abrichtung und Abführung im Gehorsam sowie auf jagdpraktische Erfahrung gelegt.

„Der auf einer VGP leistungsbewertete Hund muss so firm sein, dass ein guter Jäger, der mit der sachgemäßen Führung von Jagdhunden vertraut ist und Hunde weiter auszubilden versteht, mit einem solchen Hund waidgerecht jagen kann.“(VGPO)

Für die Spezialisten, je nach benötigtem Einsatzgebiet, gibt es weitere Prüfungen:

  • für die Nachsuchengespanne die
    Verbandsschweißprüfungen (VSwP)
    auf der über 20 Stunden- oder über  40 Stunden-Fährte.
  • oder für die vorwiegend im Wald arbeitenden Hunde die Verbandsstöberprüfung (VStP).
  • ebenso besteht die Möglichkeit sein spezialisiertes Können auf einer Verbandsprüfung nach dem Schuss (VPS) unter Beweis zu stellen.

Jeder Jäger, der sich einen Kleinen Münsterländer als Jagdgehilfen aussucht, wünscht sich, dass dieser Hund die oben beschriebenen Eigenschaften möglichst umfassend besitzt. Um ihm dieses zu bieten, bemühen sich die Züchter und der Zuchtverband Kleine Münsterländer durch klare Regeln einer Zuchtordnung, die Qualität und die Gesundheit der Nachzuchten hoch zu halten und weiter zu entwickeln. Die Qualität und die Gesundheit der Nachzuchten lassen sich nur durch die Zuchtprüfungen in voller Breite messen. Es sollte für jeden Jäger als Führer eines jungen KlM selbstverständlich sein, seinen Beitrag dazu zu leisten und an den Zuchtprüfungen des Verbandes teilzunehmen. Denn irgendwann kommt er vielleicht wieder in die Situation, sich einen neuen kleinen KlM-Welpen zu sich zu holen. Und auch dieser soll dann wieder von hoher Qualität in seinen Anlagen und stabiler Gesundheit sein.